Nahtoderfahrung oder wrum ich nicht zum Arbeiten gemacht bin
deutschaus dem leben...arbeit
Arbeit? - werde die nun fragen die noch nicht wissen, das ich seit Dienstag (wieder einmal) bei MAN arbeite. Nun ja, jetzt wisst ihr es.
Jedenfalls arbeite ich dort im sogenannten Presshaus, wo ich Blechteile in riesige hydraulische Pressen schlichten, beziehungsweise aus ebendiesen wieder ausraeumen muss. Das heiszt ich mache circa 3 Handgriffe in 11 Sekunden und beginne dann von neuem. Toll.
Waehrend ich es bisher nur ahnte, wurde mir heute schmerzhaft bewusst gemacht, das ich einfach nicht zum Arbeiten gemacht bin. Diese Pressen pressen ja Teile und selbstverstaendlich faellt da auch Verschnitt an, sprich Abfall. Dieser Blechabfall ist freilich - genau wie die Teile auch - sehr scharfkantig und muss entsorgt werden. Dies geschieht ueber Loecher im Boden bei der Be- und der Entladestelle der Presse in welche der Verschnitt circa zwei Stockwerke tiefer faellt in einen groszen Raum wo er sich sammelt und - nehme ich mal an - dann endgueltig entsorgt wird. Auf diese Loecher muss freilich ein Schutz adaptiert werden, wenn jemand an der Maschine arbeitet, da man da hineinfallen kann und so zwei Stockwerke tiefer auf einen riesen Berg aus scharkantigen Blechabfaellen, was ich mir weder angenehm noch weiterlebensfoerdernd vorstelle.
Diese Loecher bekommen also so Schutzteile, die verhindern sollen, dass jemand hineinsteigt, was eine einfache kleine halbkreisfoermige Wand an den Seiten ist. Das ganze laesst aber einen Spalt, genug grosz um trotzdem reinzusteigen, die Wahrscheinlichkeit wird erhoeht, wenn der Boden auch noch ein wenig oelig ist und man gerade eine etwa 150x80 cm grosze Blechplatte in der Hand hat um sie in die Presse zu legen.
Naja, was soll ich sagen, man kann es sich bereits denken, nach rund 20 erfolgreichen Platten stieg ich in besagtes Loch, wunderte mich einen Moment ueber das fehlen des Bodens und versuchte dann (mit der Platte noch in der Hand) mich irgendwie/wo vor dem Fall zu bewahren. Das Problem ist, dass es in so einer Produktionshalle vor allem tonnenschwere Gusseisenbloecke und scharfkantige Blechteile gibt, was beides nicht sehr angenehm zum darauf fallen oder sich darauf abfangen ist. Nun ja, ich schaffte es trotzdem, zog mir dabei (nur?) ein angeschlagenes Knie (tonnenschwerer Gusseisenblock) und eine Schnittwunde am Kinn (scharfkantiges Blechteil) zu. Die Schnittwunde, nebenbei, war nicht die erste, selbige finden sich an meinen Unterarmen zuhauf (gut, Schnittwunden, manche wuerden es vielleicht Kratzer nennen, erhebend ist es trotzdem nicht...). Genau in diesem Moment - wie koennte es anders sein - ging an meinem Arbeitsplatz eine Gruppe mit signalorangen Warnwesten bekleideter Menschen vorbei, die sich weisz-ich-was ansahen und in weiterer Folge freilich mich beim fast in das Loch fallen. Erhebend.
Naja, alles Leben ist lernen, ich habe nun vor allem eines gelernt: Zum Arbeiten bin ich nicht gemacht.