Die unendliche Geschichte geht weiter
deutschauswuechse der gesellschaftkulturoesterreichnews
Der Standard titelt in Krone-Manier "'Nazi-Puzzle' wird eingestampft" und liefert damit wieder einmal ein Beispiel für Journalismus auf niedrigstem Niveau.
“
Die rätselhafte Herkunft eines Puzzles der Firma Clementoni, auf dem ein Zeichner namens Yogi Szenen aus dem Konzentrationslager Auschwitz mit rundlichen, kleinen Comicfiguren darstellt, scheint geklärt.
Diese Puzzle, auf dem ein Zeichner laut Der Standard Szenen aus dem Konzentrationslager Auschwitz mit rundlichen, kleinen Comicfiguren darstellt beinhaltet in Wirklichkeit ein Potpourri (auch der Greueltaten) der Geschichte, aber für die Zeitung scheint nur dieser Ausschnitt wichtig.
Aber nicht nur Der Standard zeigt sich bei diesem Thema von seiner schlechten Seite, nein, auch die österreichische Zivilgesellschaft übertrifft sich wieder einmal in affektierter Empörung. Dass Der Standard ein großes Faksimile eines nur kleinen Teils des Puzzles abbildet ist symptomatisch, eben genau den Teil, der wahrgenommen wird, den Teil der Szenen des Nationalsozialismus thematisiert. Über die Pietät oder -losigkeit des Puzzles mag man streiten, dass aus einem Potpourri der Geschichte aber genau nur eine Szene herausgegriffen wird um sich darüber in allen Formen zu echauffieren, ist genau so boulevardesk wie populär in Österreich.
Noch schlimmer die Reaktion Herrn Piatniks, dessen Betrieb das Puzzle in Österreich vertrieb. Der Hersteller Clementoni, der natürlich nichts über den Inhalt des Puzzles wusste (...) forderte sofort alle Händler auf, die Puzzles an den Hersteller zurückzuschicken. Die Firma Piatnik jedoch nimmt es scheinbar als ihre Pflicht, die Vernichtung dieser bösen Verhöhnung der Opfer [...] selbst zu übernehmen und so verspricht Herr Piatnik (der übrigens meint, das ganze sei ein Skandal)
“
Was noch hier ist, und alles, was von Libro zurückkommt, wird vernichtet. Das kommt alles in eine Müllverbrennungsanlage
Alles kommt in eine Müllverbrennungsanlage, wo das Puzzle und der Blick auf die Geschichte vernichtet werden soll. Aber mehr noch, das Puzzle wird zuerst noch zu Müll degradiert, es wird weggeworfen und dann erst mit dem anderen Abfall verbrannt. Das Institutionen solche Angst vor schriftlichen oder bildhaften Publikationen haben, dass sie sie verbrennen müssen, kommt immer wieder vor. Meistens sind es jedoch totalitäre Regime.