Das purpurne Muttermal
published on 2008-11-12 00:00:00 by juergen in deutsch.
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... von René Pollesch, für das er 2007 den Nestroy-Theaterpreis für das Beste Stück erhielt, kam ich gestern in den (zweifelhaften?) Genuss zu sehen.

Die Idee des Spielens des Ungespielten oder die Ausdehnung des Spiels, des Dramas bis hinter die Bühne und sogar in den Publikumsraum schien mir eine sehr interessante Idee, doch wenn diese Idee über 1 3/4 Stunden das einzige ist, das im Raum steht (abgesehen von in ihrer Sinnentleertheit an Berhard'sche erinnernde Dialoge, die aber im Gegensatz zu ersteren nichts dahinter erkennen lassen), so wird das Ganze etwas mühsam.

Marco Schicker bringt es im Wiener Lloyd auf den Punkt:


Nun ist es zwar längst nicht mehr modern, jedoch immer wieder Mode, Texte zu fragmentieren, Figuren nur anzudeuten, Handlungen zu vermeiden, sie zu zerreden. Das ist so lange witzig, neu und toll, bis ein Zuschauer einmal die Frage aufwirft, warum wir uns eigentlich die gedanklichen Irrgärten, also die Skizzen, die bestenfalls zu einem Theaterstück führen, als fertiges Stück verkaufen lassen sollen. "Sieh, der Kaiser ist ja nackt!"
(Marco Schicker, Wiener Lloyd, 12/2006)

Nun, man mag einwenden, ich hätte den zweifellos vorhandenen Sinn nur nicht erfasst - Einverstanden. Was ich dafür erfasst habe, war der Sinn des Spruches, der die Kulisse zierte:
  Do I want to escape?.
Das habe ich mich zwischenzeitlich nämlich auch gefragt.

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