Die Demokratie
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Alles kann man zur Abstimmung stellen, nur nicht ihre [der Demokratie] Abschaffung.
Ganz im Gegenteil. In einer radikalen Demokratie - und das heißt in einer Demokratie von Grund auf - muss es nicht nur möglich sein, deren Abschaffung zur Abstimmung zu stellen, sondern sie muss sich sogar kontinuierlich dieser Abstimmung stellen. Sie muss kontinuierlich beweisen, dass sie es wert ist, aufrecht erhalten zu werden. Und dies ist nicht - wie heute offenbar gemeinhin angenommen wird - ein unumstößliches Dogma. Die Unfehlbarkeit der Demokratie ist in ihr fehl am Platz, wir müssen sie daher beilegen. Sie kann dort verbleiben, wo wir den Bereich der Argumente und des Wissens verlassen: Im Glauben.
Manch einer wird mir nun vielleicht entgegnen wollen, ja, die Demokratie sei zwar nicht perfekt, aber sie sei das beste was wir haben. Ich müsste daraufhin nicht nur zuallererst den empörenden Euphemismus dieses Satzes brüsk zerstreuen: Das eigene Land wird von Menschen die zumindest ich nicht gewählt habe gerade politisch, wirtschaftlich und sozial nach allen Regeln der Kunst in den Graben gefahren und auch global hat es die Übermacht der großen Demokratien nicht geschafft den Weg der systematischen Ausbeutung des einen Teils der Welt zu Gunsten des anderen auch nur in eine andere Richtung zu lenken; sondern ich müsste auch erinnern, dass wir eben nicht am Ende der Geschichte angelangt sind und uns Alternativen zu denken nicht kategorisch verwehrt sein darf nur weil in der Vergangenheit die Lösung nicht gefunden wurde.
An dieser Stelle würden Andere vielleicht den Ruf nach einer solchen Lösung verlauten lassen, ich solle doch, wenn dem so sei, auch einmal einen Vorschlag machen, hier müsste ich dann Sokrates zitieren: Ich weiß, dass ich nicht weiß, würde ich sagen, und nach einer kurzen Pause keck den Nachsatz bringen aber viele wissen nicht einmal dies.
Wenn diese Vielen durch die kontinuierliche Infragestellung der Demokratie - und das ist es, was ich oben gemeint habe - endlich erkennen könnten, das die heute etablierte, sogenannte Demokratie der Weisheit letzter Schluss nicht sein kann - und ich verweigere mich diesem Diktum vehement - dann ist der erste Schritt zu ihrer Überwindung getan. Zur Überwindung - um nur ja nicht falsch verstanden zu werden - der heute etablierten, sogenannten Demokratie und zwar dezidiert in Richtung einer besseren.