Mémoires involontaires
deutschaus dem leben...philosophischesliebeerinnerung
Manchmal brauchen wir nur ein Wort zu lesen und schon macht sich ein bestimmtes Gefühl in uns breit, eine leichte Melancholie, eine Traurigkeit, ein wenig Nostalgie, Wörter wie Kaleidoskop reichen um unfreiwillig zurückzudenken, an die Zeit der Kindheit, da man, fasziniert von den unerschöpflichen Formen und Farben, stundenlang daran hätte drehen können und hindurchsehen, wäre nicht die kindliche Aufmerksamkeitsspanne, ganz egal wobei, enger begrenzt; zurückzudenken, an etwas später, da man diese Zeit noch einmal aufleben liess, diesmal aber nur oberflächlich fasziniert, mehr belustigt, wieder nur kurz, dann noch etwas später vielleicht das wissenschaftliche Interesse, wie geht es, dass da unendlich viele verschiedene Formen entstehen, und entstehen da tatsächlich unendlich viele verschiedene Formen; oder noch später, das Wiederentdecken des Kaleidoskops als künstlerisches Instrument, fasziniert von den gestalterischen Möglichkeiten und der Arbeit des Zufalls wenn man es vor die Kameralinse hielt oder die Kamera ohne Linse oder wieder vor das Auge, wenn man versuchte den Zauber, die Mannigfaltigkeit der Assoziationen noch mit einem Joint zu verstärken um dann darin die abstrakte Gültigkeit dieses Prinzips für unser Leben wahrzunehmen, erkannte, wie alles sich ändert, durch einen Dreh, wie wir alles ändern können, aber wie alles doch immer gleich bleibt, in demselben System, in derselben Ästhetik; Nostalgie, das Zurückdenken an diese jugendliche Naivität, die weder nur jugendlich noch nur naiv war, das Zurückdenken, wie man damals da sass, in der sommerlichen Abendluft – wenn man nostalgisch ist, ist es immer Sommer und immer Abend und immer war da diese Luft, erinnert man sich an die Luft –, und den Sonnenuntergang durch das Kaleidoskop betrachtete (oder war es nur das Glitzern auf den Wellen des Meeres, das darunterlag?), neben einem jemand – immer jemand –, der einem gerade alles bedeutete, für diesen Moment.
Manchmal brauchen wir nur eine Textzeile zu hören um plötzlich glücklich zu sein, einen banalen Satz wie Le temps est bon, le ciel est bleu, j'ai deux amis qui sont aussi mes amoureux, um wieder zu erkennen, wie man das Leben ansehen muss um glücklich zu sein, wie wenig es dazu braucht, weil die Sonne scheint und wir immer irgendwo irgendwen haben, den wir lieben und mögen, und weil uns auch immer irgendwer irgendwo mehr als nur mag, weil wir unsere Lebensentwürfe nach Belieben ändern können, immer noch auf der Suche sind nach dem richtigen, aber eigentlich gar nicht auf der Suche, weil wir unser Leben ohne Entwurf leben können, einfach so, wie wir wollen, weil es reicht, dass der Himmel blau und das Wetter schön ist und weil nous n'avons rien à faire, rien que d'être heureux.