Existence is bliss
published on 2014-05-25 19:59:03 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Baudrillard, nach einem Vortrag über die Auflösung der Personlichkeit im Dschungel virtueller Realitäten, beschwichtigte einen Zuhörer, der ernsthaft besorgt fragte, ob denn überhaupt jemand existiere: «Sie dürfen beruhigt sein. Ich rede zwar vom Verschwinden, aber wir sitzen hier friedlich zusammen und gehen nachher einen trinken.»
(Philip Ursprung, Das Bild vom Ich – Ein Kunstprodukt, in: du, 1, 1994, S. 71–92, S. 71.)

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Spekulation und Metaphysik
published on 2014-01-06 17:10:51 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Als ,Spekulation‘ und ,Metaphysik‘ noch nicht zu Schimpfwörtern heruntergekommen waren, mit denen blosse Vermutungen und übersinnliches Spintisieren attackiert werden, wusste man, dass Spekulation nichts anderes bedeutet als geistig-theoretische Anschauung und dass Metaphysik die begriffliche Bestimmung der Prinzipien des Seins in ihrem Gesamtzusammenhang ist.
(Gerhard Schweppenhäuser, Theodor W. Adorno zur Einführung, Hamburg: Junius 1996, S. 76-77)

Word.

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Über das Unsagbare im Sagbaren
published on 2013-03-29 23:26:24 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Auch im Jenseits des Binarismus, das sich seinem Diesseits entgegensetzt, scheinen wir uns, paradoxerweise, immer noch im Diesseits zu befinden, d.h. am Jenseits scheint sich das Diesseits zu zeigen. Es sei denn - denn am Jenseits kann sich nichts zeigen - das Diesseits ist sein Jenseits, das Unsagbare das Implement des Sagbaren.
(Christian Kupke, Diesseits und/oder jenseits des Binarismus? Einige Annotate zum Verhältnis von Sagbarem und Unsagbarem, in: Sagbar - Unsagbar. Philosophische, psychoanalytische und psychiatrische Grenzreflexionen, hg. v. M. Heinze, C. Kupke und I. Eckle, Berlin: Parodos 2006, S. 27-53, S. 29)

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Mémoires involontaires
published on 2013-02-26 21:43:56 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Manchmal brauchen wir nur ein Wort zu lesen und schon macht sich ein bestimmtes Gefühl in uns breit, eine leichte Melancholie, eine Traurigkeit, ein wenig Nostalgie, Wörter wie Kaleidoskop reichen um unfreiwillig zurückzudenken, an die Zeit der Kindheit, da man, fasziniert von den unerschöpflichen Formen und Farben, stundenlang daran hätte drehen können und hindurchsehen, wäre nicht die kindliche Aufmerksamkeitsspanne, ganz egal wobei, enger begrenzt; zurückzudenken, an etwas später, da man diese Zeit noch einmal aufleben liess, diesmal aber nur oberflächlich fasziniert, mehr belustigt, wieder nur kurz, dann noch etwas später vielleicht das wissenschaftliche Interesse, wie geht es, dass da unendlich viele verschiedene Formen entstehen, und entstehen da tatsächlich unendlich viele verschiedene Formen; oder noch später, das Wiederentdecken des Kaleidoskops als künstlerisches Instrument, fasziniert von den gestalterischen Möglichkeiten und der Arbeit des Zufalls wenn man es vor die...
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Wissenschaft
published on 2013-02-11 16:28:59 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Mit Verwunderung musste ich soeben feststellen, wie der Anblick eines Covers der Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Reihe so etwas wie einen Ablehnungsreflex in mir auslöste. Das ging in etwa so: Ah, Titel hört sich interessant an, dann das Cover gesehen und so Oh. Nee. Zu anstrengend.

Zu lange nicht mehr am Studieren?

Aber ein Lichtblick: Kracauer erscheint ja glücklicherweise (auch) in der normalen Suhrkamp Taschenbuch Reihe, das geht, die ist ansprechend.

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Liebe
published on 2012-12-09 16:36:23 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Es gibt für die in die Schwere des Irdischen gebannte Seele, die sozusagen ihr Gefieder verloren hat, so dass sie nicht mehr zu der Höhe des Wahren sich aufschwingen kann, eine Erfahrung, bei der das Gefieder wieder zu wachsen beginnt und die Erhebung wieder eintritt. Das ist die Erfahrung der Liebe und des Schönen [...].
(Hans-Georg Gadamer, Die Aktualität des Schönen. Kunst als Spiel, Symbol und Fest, Stuttgart: Reclam 2009 [1977], S. 19)

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futility
published on 2012-08-29 22:44:57 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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'My name is Ozymandias, king of kings:
Look on my works, ye Mighty, and despair!'
Nothing beside remains. Round the decay
Of that colossal wreck, boundless and bare
The lone and level sands strech far away.
(Percy Bysshe Shelley, Ozymandias)

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Der intrinsische Wert der Freiheit personaler Autonomie
published on 2012-04-30 09:36:28 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Wo nicht der eigene Charakter, sondern Tradition oder Sitten anderer Leute die Lebensregeln aufstellen, da fehlt es an einem der hauptsächlichsten Bestandteile des menschlichen Glücks, ja dem wichtigstem Bestandteil individuellen und sozialen Fortschritts.
(John Stuart Mill, Über die Freiheit. Übers. v. Bruno Lemke, hg. v. Manfred Schlenke, Stuttgart 1974.)

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You fuckin' Kant!
published on 2012-04-21 19:08:52 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Q: Wer findet den Fehler?


Denn alle Handlungen, die es in dieser Absicht auszuüben hat, und die ganze Regel seines Verhaltens würden ihm weit genauer durch Instinkt vorgezeichnet, und jener Zweck weit sicherer dadurch haben erhalten werden können, als es jemals durch Vernunft geschehen kann, und, sollte diese ja obendrein dem begünstigten Geschöpf erteilt worden sein, so würde sie ihm nur dazu haben dienen müssen, um über die glückliche Anlage seiner Natur Betrachtungen anzustellen, sie zu bewundern, sich ihrer zu erfreuen und der wohltätigen Ursache dafür dankbar zu sein, nicht aber, um sein Begehrungsvermögen jener schwachen und trüglichen Leitung zu unterwerfen und in der Naturabsicht zu pfuschen; mit einem Worte, sie würde verhütet haben, daß Vernunft nicht in praktischem Gebrauch ausschlüge und die Vermessenheit hätte, mit ihren schwachen Einsichten ihr selbst den Entwurf der Glückseligkeit und der Mittel, dazu zu...
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Facts †
published on 2012-04-20 14:35:52 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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There are all kinds of studies out there. There is more than enough information to make any case you want to make. There may be a preponderance of evidence and there are communities that decide something is a fact, but there are enough facts that people who are opposed to that claim have their own facts to rely on.
(Gary Alan Fine on chicagotribune.com)

Facts is dead.

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Hobbes
published on 2012-04-16 22:33:22 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Die Natur hat die Menschen in den körperlichen und geistigen Fähigkeiten so gleich geschaffen, dass sich zwar zuweilen einer finden lassen mag, der offensichtlich von grösserer Körperkraft oder schnellerem Auffassungsvermögen ist als ein anderer; jedoch wenn man alles zusammenrechnet, ist der Unterschied zwischen Mensch und Mensch nicht so beträchtlich, dass ein Mensch daraufhin irgendeinen Vorteil für sich fordern kann, auf den ein anderer nicht so gut wie er Anspruch hätte.
(Thomas Hobbes, Leviathan,1651 (übers. v. Jutta Schlösser))

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Zur Demokratie
published on 2012-04-08 00:48:48 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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(Christof Rapp, Aristoteles zur Einführung, Hamburg: Junius 2007, S. 58)

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Wem Gott ein Amt gibt...
published on 2012-01-19 00:22:39 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand, ist ein alter Scherz, den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen.
(Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Vorrede)

Schreibt Hegel im Jahre 1820...

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Das Wahre und so...
published on 2012-01-16 22:54:54 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Daß das Wahre nur als System wirklich, oder daß die Substanz wesentlich Subjekt ist, ist in der Vorstellung ausgedrückt, welche das Absolute als Geist ausspricht, – der erhabenste Begriff, und der der neuern Zeit und ihrer Religion angehört. Das Geistige allein ist das Wirkliche; es ist das Wesen oder An-sich-seiende, – das sich Verhaltende oder Bestimmte, das Anderssein und Für-sich-sein – und in dieser Bestimmtheit oder seinem Außer-sich-sein in sich selbst Bleibende; – oder es ist an und für sich. – Dies An-und-für-sich-sein aber ist es erst für uns oder an sich, oder es ist die geistige Substanz. Es muß dies auch für sich selbst – muß das Wissen von dem Geistigen und das Wissen von sich als dem Geiste sein; das heißt, es muß sich a...
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Lehrsatz 27
published on 2012-01-11 23:58:11 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Lehrsatz 27. Wenn wir uns vorstellen, daß ein uns ähnliches Ding, für das wir noch keinen Affekt gehabt haben, in irgend einen Affekt versetzt wird, so werden wir schon allein dadurch in einen ähnlichen Affekt versetzt.
Beweis: Die Vorstellungsbilder der Dinge sind Affektionen des menschlichen Körpers, deren Ideen äußere Körper als uns gegenwärtig vergegenwärtigen, das heißt, deren Ideen die Natur unseres Körpers und zugleich die gegenwärtige Natur eines äußeren Körpers in sich schließen. Wenn also die Natur des äußeren Körpers der Natur unseres Körpers ähnlich ist, dann wird die Idee des äußeren Körpers, die wir uns vorstellen, eine Affektion unseres Körpers in sich schließen die der Affektion des äußeren Körpers ähnlich ist, und folglich wird, wenn wir uns vorstellen, daß jemand, der uns ähnlich ist, in einen Affekt versetzt sei, diese Vorstellung eine Affektion unsres Körpers ausdrücken, die diesem Affekt ähnlich i...
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Die Aktualität der thomasischen Position
published on 2011-11-26 18:07:57 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Thomas denkt [...] Sein und Wesen nicht als für sich genommene Seiende; in diesem Sinne der Existenz sind sie vielmehr nicht, er versteht sie als Prinzipien, durch welche das konkret Seiende ist. Wesen und Sein sind je ein 'quo est', ein wodurch, das 'quod est', des konkreten Seienden. Der actus essendi macht also ein Seiendes zum ens. Sein ist nicht nur Dasein eines Wesens, sondern inneres metaphysisches Prinzip des Seienden als Seienden. Sein ist nur gegeben im Seienden als Etwas-Sein, und Wesen ist nur als durch Sein verwirklichtes. Thomas kennt kein eigenes Wesenssein, unabhängig vom Seienden. Das Seiende wird von ihm nicht von einem Sein des Wesens, sondern vom actus essendi her gedacht. Darin liegt die Stärke und die Aktualität der thomasischen Position gegenüber jeder Wesensmetaphysik.
(Richard Heinzmann, Philosophie des Mittelalters, Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer 1992, S. 210)

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Hans Blumenbergs Unzitierbarkeit
published on 2011-11-17 14:23:29 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Eigentlich liebe ich Hans Blumenberg ja:


Erinnerung an die unteren Götter ist überall fällig, wo die Neigung entsteht, den Idealismus beim Wort zu nehmen. Die Gegenwart habe ihre Analogie zum kosmischen Ordnungsruf des Kopernikus, die Bedingungen der entferntesten Phänomene bei den nächstgelegenen Unmerklichkeiten zu suchen: die Ernährungswissenschaft als Quasi-Ontologie jener Gleichsetzung von Sein und Essen.
(Hans Blumenberg, Das Lachen der Thrakerin. Eine Urgeschichte der Theorie, Frankfurt am Main 1987, S. 121)

Man kann ihn nur leider nicht zitieren. Seine Texte sind in sich so verflochten durch ein Netz von roten Fäden, die nach vorne und hinten sich verspannen, dass jeder Passage noch die letzten und nächsten paar Seiten untrennbar verbunden sind.


Und der in die Tiefe der Realität stürzende, weil von sich selbst als ...
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Vom Sein
published on 2011-11-13 21:49:38 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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VI. Alles, 'was ist', hat teil an dem, was Sein ist, um zu sein; an einem anderen aber hat es teil, um etwas zu sein. Und dadurch hat das, 'was ist', um zu sein, teil an dem, was Sein ist; es ist aber, um an irgendeinem anderen teilzuhaben.
(Boethius, De hebdomadibus)

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Messerscharfe Argumentation
published on 2011-11-08 15:00:03 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Denn wer nicht ist, kann sich auch nicht täuschen. Darum bin ich, wenn ich mich täusche. Da ich also bin, wenn ich mich täusche, wie kann ich mich also täuschen darüber, daß ich bin, da es ja sicher ist, daß ich bin, wenn ich mich täusche? Da also ich, der sich täuschte, wäre, auch wenn ich mich täuschte, so täuschte ich mich ohne Zweifel nicht darin, daß ich weiß, daß ich bin. Daraus folgt aber, daß ich mich auch darin, daß ich weiß, daß ich weiß, nicht täusche. Wenn ich weiß, daß ich bin, weiß ich auch dieses, daß ich weiß.
(Augustinus, De civitate dei, XI, 26)

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Lesen lernen
published on 2011-10-04 22:08:23 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Herbert Hrachovec über das Lesen von Jacques Derridas "Die Stimme und das Phänomen":


Also um das analytisch sauber zu machen müsste man zuerst Husserl lesen, dann müsste man Derrida lesen und halbwegs verstehen, dann müsste man fragen ob Derrida den Husserl verstanden hat, dann müsste man aus dem eigenen Verständnis von Derrida fragen, ob er nicht nur den Husserl verstanden hat sondern auch ob er erstens Recht hat indem was er über Husserl sagt und zweitens ob er Recht hat indem was er voraussetzt als seine eigenen Thesen die er dann gegen Husserl stellt.
(Herbert Hrachovec)

Ja, so machen wir das hier an der Uni, wenn wir ein Buch lesen.

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Über die Unwürdigkeit der Schrift
published on 2011-09-29 13:24:48 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Darum nun ist jeder ernste Mann, der kein Mietling der Wissenschaft ist, weit entfernt über ernste, hochwürdige Gegenstände seine Gedanken durch die Schrift unter der Menschheit zu veröffentlichen und dadurch sie der Schwatzsucht und Herabwürdigung des Pöbels preis zu geben. Was aus diesen Betrachtungen zu entnehmen ist, das ist mit einem Worte Folgendes: wenn einer von Jemandem schriftliche Veröffentlichungen, sei es über Gesetze von einem Gesetzgeber oder seien es über andere Gegenstände sonst welche Schriften, in seine Hand bekommt, so muß er denken, daß dies die besten Gedanken bei dem noch nicht sind, sofern er selbst kein unwürdiger Mensch ist, sondern daß jene am schönsten Plätzchen seiner Habe aufbewahrt liegen. Sollten aber von jenem diese seine achtenswertesten Gedanken in Schriften profaniert worden sein, nun so mache man dann den Schluß, daß nicht Götter sondern sterbliche Menschen allein ihn aller Befindungs- und Ü...
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The Elusive Big Idea
published on 2011-08-25 00:25:34 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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We have become information narcissists, so uninterested in anything outside ourselves and our friendship circles or in any tidbit we cannot share with those friends that if a Marx or a Nietzsche were suddenly to appear, blasting his ideas, no one would pay the slightest attention, certainly not the general media, which have learned to service our narcissism.
(nytimes.com)

A must-read for everyone in academics. A warm recommendation for everybody else.

The Elusive Big Idea (nytimes.com)

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Qu'est-ce que c'est que l'homme?
published on 2011-05-05 14:02:47 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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homme n. m. I 1 Être (mâle ou femelle) appartenant l'espèce animale la plus évoluée de la Terre, mammifère de la famille des hominiens, seul représentant de son espèce (Homo sapiens), vivant en société, caractérisé par une intelligence développée et un langage articulé.
(Le Robert de poche 2011)

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Thank you, Bertrand Russell
published on 2011-05-03 08:47:27 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Thus in order to get the meaning we want, we must speak not of 'the meaning of C', but 'the meaning of "C",' which is the same as 'C' by itself. Similarly 'the denotation of C' does not mean the denotation we want, but means something which, if it denotes at all, denotes what is denoted by the denotation we want.
(Bertrand Russell, On Denoting, Originally printed in Mind, new series, 14 (1905, p.479-493)


Thus 'the father of Charles II was executed' becomes: 'It is not always false of x that x begat Charles II and that x was executed and that "if y begat Charles II, y is identical with x is always true of y'. This may seem a somewhat incredible interpretation; but I am not at present giving reasons, I am merely stating the theory.
(Ibid.)

Yes, it seems somewhat incredible. Thank you, Be...
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Der historische Wert
published on 2011-04-01 17:27:44 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Historisch nennen wir alles, was einmal gewesen ist und heute nicht mehr ist; nach modernsten Begriffen verbinden wir damit jedoch die weitere Anschauung, daß das einmal Gewesene nie wieder sein kann und jedes einmal Gewesene das unersetzliche und unverrückbare Glied einer Entwicklungskette bildet, oder mit anderen Worten: daß alles darauf Gefolgte durch das erstere bedingt ist und nicht so hätte erfolgen können, wie es sich tatsächlich ereignet hat, wenn jenes frühere Glied nicht vorausgegangen wäre.
(Alois Riegl, Der moderne Denkmalkultus, in: Ders., Gesammelte Aufsätze, hg. v. Artur Rosenauer, Wien 1996, S.139-184, S.140)

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Die Eventkultur...
published on 2011-03-28 15:22:11 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Die Eventkultur unterhält die Mehrheit der Menschen so gut, daß sie sich Abwechslung und Kontrast ganz nach Belieben verschaffen - einkaufen - können und weder Bedürfnisse nach Revolution oder irgendetwas wirklich Extremem haben, noch nach einem festen Halt - etwas Allgemeingültigem - suchen. Vielmehr ist jede Differenz zum Bekannten unerwünscht oder gar bedrohlich, sofern sie nicht selbst die Form einer Ware und damit das Signum der Beherrschbarkeit besitzt: Den Ausnahmezustand mag man nur noch als vorab bezahlte Pauschalreise mit Regreßansprüchen.
(Wolfgang Ullrich, Die Geschichte der Unschärfe, Berlin 2009, S. 176)

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Der Sinn des Lebens
published on 2011-03-02 19:54:25 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Nach dem Sterben läßt sich nicht denken, weil ja Tod und Denken einander ausschließen; wann also, wenn nicht zu Lebzeiten, schickt es sich, klug und genau alle Vorrechte, Wohltaten und Annehmlichkeiten zu betrachten, die der Tod über dich ausschütten wird? Bitte bedenk bloß: keinerlei Zwiespalt, Angst oder Sorge, keine Leiden an Geist und Körper, keine üblen Abenteuer, und all dies - in welcher Größenordnung! Und hätten sich auch alle bösen Mächte gegen dich verbündet und verschworen, sie erreichen dich nicht! Ja, wahrhaft unvergleichlich ist die süße Geborgenheit des Verstorbenen!
(Stanisław Lem, Robotermärchen, Frankfurt am Main 1973, S.102)

Wer auf die Worte des „elektrischen Freunds“ Rimohr hier erwidert hätte: „Aber im Leben, da ist doch ...“, der hat sich auf die angeblich so schwere (aber doch so plumpe, einfältige) Frage nach dem Sinn des Lebens eb...
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Wie man sich bewusst erinnern kann
published on 2011-02-10 20:55:50 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Wenn die Seele an etwas zurückdenken will, bewirkt dieser Wille, dass sich die Zirbeldrüse (Epiphyse) nacheinander in verschiedene Richtungen neigt. Die animalischen Geister werden so in unterschiedliche Teile des Gehirns getrieben, bis sie den Ort erreichen, an dem sich die Spuren befinden, die der gesuchte Gegenstand hinterlassen hat. Die Leichtigkeit, mit der die animalischen Geister in dieses Muster geweiteter Poren strömen, lässt in der Zirbeldrüse eine bestimmte Bewegung entstehen, die schließlich von der Seele als Erinnerung an den gesuchten Gegenstand erkannt wird.
(René Descartes, Œuvres philosophiques, Paris 1973, II, 261 [Übers. v. Drouwe Draaisma])

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ALL-OVER Call for papers
published on 2011-01-23 11:34:11 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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ALL-OVER | Magazin für Kunst und Ästhetik startet den Call for papers!

Junge Wissenschaftler und insbesondere fortgeschrittene Studierende sind aufgerufen ab sofort Beiträge aus den Bereichen Kunstgeschichte, Bild- und Medienwissenschaften, Ästhetik und Philosophie einzureichen.

Näheres unter allover-magazin.com.

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Vom Opfern oder Eine radikale Missinterpretation Gottes
published on 2010-11-11 10:13:45 by Jürgen Buchinger in deutsch.
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Eigentlich war es eine radikale Missinterpretation Gottes, die sogar beinahe ein Leben kostete. Als Abraham sich aufmachte seinen Sohn zu töten, da musste Gott sich an seine metaphysische Stirn gefasst haben und gedacht Selig die armen im Geiste... bevor er einen Engel nachsandte, die Wahnsinnstat zu verhindern. Denn Opfere deinen Sohn!, das ist nicht in diesem rohen, gewalttätigen Sinn gemeint, in dem Abraham es auffasste, wie könnte Gott so etwas fordern? Eigentlich hätte es mir schon beim ersten Mal als ich Andrei Tarkowskis Film Offret (1986) sah, wie Schuppen von den Augen fallen müssen - Opfere deinen Sohn!, das heißt nicht Töte deinen Sohn!, sondern Verlasse deinen Sohn! Opfere ihn mir! Opfere ihn der Beschäftigung mit mir!. Es heißt gehe hinaus in die Welt und verbreite die Gnade Gottes, aber dafür musst du deinen Sohn verlassen, er wird für dich kein Sohn mehr sein und du für ihn kein Vater.

Alexander hat es im oben genannten F...
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Schläft ein Lied in allen Dingen...
published on 2010-05-29 22:03:25 by juergen in deutsch.
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Und wenn wir über Kunstwerke reden, den Diskurs über ein Gemälde entfachen, uns in – wissenschaftlich fundierten, belegbaren, aber doch nur – Spekulationen über ein Gemälde ergehen, solange, bis vielleicht einmal eine solche Spekulation, die sie noch immer ist, zu einer Deutung wird, einer anerkannten – zweifellos aber nie unwidersprochenen – die dann ein Gemälde – vom Künstler intendiert oder nicht – plötzlich wirklich jetzt dies und jenes bedeuten lässt, das heißt nicht die Linien und die Farben auf einer gewissen Oberfläche für den Genuss, den es [das Sprechen darüber] verschafft, sterben zu lassen, oder wie in Poussins kolportiertem Ausspruch über Caravaggio die Malerei zerstören, nicht wie in Rilkes Gedicht die Dinge umbringen, heißt nicht, die Malerei vernichten, töten, sondern ganz im Gegenteil, heißt sie beleben, heißt – mit Eichendorff – sie singen machen.

Zitate (kursiviert) nach Reihenfolge des Erscheinens:
Louis Marin, D...
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Something about life
published on 2009-10-04 00:00:00 by juergen in english.
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Book: Der schwedische Reiter
published on 2009-09-14 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Der schwedische Reiter ist vor allem eines: Spannend. Irrsinnig spannend; Leo Perutz versteht es den Moment der höchsten Spannung hinauszuziehen durch die inneren Monologe der Protagonisten, ja ihn sogar noch zu steigern, wenn diese ihre Pläne langsam ausformen. Und es ist - von diesem Genre mag jeder halten, was er will, doch sei es gesagt - ein Historienroman. Nun, das macht das Buch zu einem kurzweiligen Zeitvertreib, um ein gutes Buch zu sein braucht es aber etwas mehr. Etwas mehr hat es auch oder wie Hans-Harald Müller im Nachwort schreibt "Hat jemand das Ende des Romans, jene Stelle, an der Maria Christine das Vaterunser für einen namenlosen Bettler betet, der in Wirklichkeit ihr Vater ist - hat jemand diese Stelle ohne Rührung lesen können?". Ich konnte es nicht, trotzdem reicht mir das noch immer nicht, den Roman bedenkenlos weiter zu empfehlen.
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Fragen, die ich (mir) stelle
published on 2009-09-01 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Ist es rechtens dass jemand, dessen Lebenslange Haftstrafe ausgesetzt wurde weil sich ihre Lebenseinstellung geändert hat dann plötzlich wieder verhaftet wird, weil sie vor über 30 Jahren nun doch einen weiteren terroristischen Akt begangen haben sollte und würde ein Begangen-haben desselben denn ihre jetzige, andere Lebenseinstellung ändern?


Trifft es zu, dass die Ankündigung einer Klage faktisch einer Verurteilung gleichkommt wenn der Beklagte sich die Ausstreitung eines Prozesses nicht leisten kann und wie viele Normalverdiener könnten das? Wie verhält sich dies zum weitläufigen Verständnis von Gerechtigkeit?

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Ich war nicht wählen.
published on 2009-06-07 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Ein Satz, den man in letzter Zeit selten hört. Nicht wählen zu gehen ist ziemlich unpopulär geworden, wird man doch von allen Seiten beschworen, nur ja wählen zu gehen, sei es doch jemandes einziges Mitbestimmungsrecht und überhaupt, wer nicht wählen geht, stärkt die, welche er nicht will.

Aber ist es wirklich so? Um die zu stärken, die man nicht will, muss man doch zuerst einmal wissen, wen man überhaupt will. Dazu muss man sich informieren, ergo sich auch interessieren. Man muss sich also im klaren darüber sein, dass wählen mehr ist, als sein Kreuzerl machen. Wählen bedeutet, auszuwählen, wer denn der oder die Richtigen sind, uns zu vertreten. Was aber wenn man sich nicht interessiert – aus welchem Grund auch immer, Interesse, so können wir annehmen, ist nicht begründbar, so wie es nicht begründbar ist, warum man liebt – was also, interessiert man sich nicht?

Nun, in unserer Zeit scheint es, als müsse man sich interessieren, ob man will oder nich...
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Oh, wie sind wir unbedeutend!
published on 2009-01-14 00:00:00 by Jürgen in deutsch, english, castellano.
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Population : One
The Size Of Our World

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Es geht uns gut.
published on 2008-12-13 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Ich bin seit vier Jahren arbeitslos und bekomme seit vier Jahren das gleiche Geld
(nach einem Besucher)

sagte der Mann aus dem Publikum und spontan bemächtigte sich meiner der Gedanke, uns gehe es doch allen eigentlich recht gut. Trotz all der Missstände, die - und das wurde an diesem Abend am Renner-Institut, wo Günter Wallraff einen Vortrag unter anderem über seinen neuesten Streich der Sozialreportage hielt, wieder ganz klar aufgezeigt - zweifelsohne existieren. Denkt man daran, das in anderen Ländern - und ich hatte die Möglichkeit im letzten Jahr in einem davon zu leben und arbeiten - nicht zu arbeiten bedeutet, keinen Lohn zu bekommen, kein Essen, keine Unterkunft, nichts.
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Über Nino Cerruti, den Shopping-Wahn und Individualismus
published on 2008-11-16 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Im Rondo vom Freitag ist ein Interview mit dem Designer Nino Cerruti zu lesen in dem munter über unsere Kultur aus Individualisten und Shopping-Wahnsinnigen sinniert wird.

Nach dem allgemeinen Shopping-Wahn gefragt, der hier einfach mal konstatiert wird, sagt Herr Cerruti:


Es ist eine Frage der eigenen Proportionen. Heute ersetzt man den ganzheitlichen Menschen durch das, was er macht, welchen Job er hat und wie viel Macht damit verbunden ist. Produkte haben angefangen, uns zu dominieren und ein Eigenleben zu entwickeln. Das Gefühl, das damit einhergeht, ist Gier.
(Nino Cerruti, Rondo 14/11/2008)

Etwas später dann nach seiner neuen Firma gefragt, charakterisiert er seine Marke mit zeitgemäß, elegant, aber immer mit ei...
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Zugfahren ...und so.
published on 2008-07-25 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Zugfahren, sagte ich mir einmal mehr, als ich in Valparaiso mit der City-Bahn fuhr, ist eine tolle Sache. Ich fahre gern Zug. Besonders lange Strecken. Das ist wie nichts tun, aber dann doch etwas zu verrichten. Das gleiche Phänomen tritt bei eigentlich allen Fahrten über längere Strecken auf, sei es im Bus, Zug, Auto, im Flugzeug schon weniger, da die zerstreuende Landschaftsbühne fehlt, da liest man, da sieht man Film, da ist alles schon zu steril. Grundsätzlich aber auch dort. Das Tolle ist die Möglichkeit, nachzudenken. Sich zuhause einfach hinzusetzen und nichts zu tun ist quasi unmöglich. Dabei auch einfach noch nachzudenken noch weniger. Unsere Sinn-Gesellschaft zwingt uns ständig, den Gedanken auf, etwas sinnvolles (soo sinnvoll muss es im Grunde genommen gar nicht sein, der Anschein der Beschäftigtheit reicht schon aus um uns zu beruhigen) tun zu müssen und lässt uns nicht in Ruhe denken. Im Zug, beim Reisen, tun wir etwas, auf jeden Fall. Wir rei...
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Entteufelung des technologischen Fortschritts
published on 2008-07-01 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Letztens habe ich mit einem interessanten Typen zusammengearbeitet - so einem richtigen Hackler. So einem vom alten Schlag, ist bestimmt schon 40 Jahre in der Firma und hat es bestimmt schon 20 Jahre lang satt, was sich auf seinem Gesichtsausdruck auch ablesen lässt. So einer der harten Sorte, für den als arbeitserleichternde Hilfsmittel maximal noch Handschuhe erlaubt sind. Seit kurzem. Und lange Erklärungen fallen genauso wie jegliche Höflichkeitsfloskeln unter jene nicht benötigten Hilfsmittel.

So jemand, der ab dem Einstempeln bei der Stempeluhr nur noch denkt "6i muas wean!" und auch genau so eine Laune hat. Aber seinen Job macht er gut. So gut, dass in der 2ten Generation seine Kinder wohl mit magnetischen Greifzangen statt Händen auf die Welt kommen würden, der Evolution wegen.

Kein Wunder aber, wird man in so einer Fabrik der Massenfertigung als Arbeiter doch zur Maschine degradiert. Der Arbeitsplatz angepasst den Abmessungen des ...
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Quote
published on 2008-05-30 00:00:00 by juergen in english.
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Just read a pretty awesome (that means completely right, eh?) quote:

If you think you can do a thing or think you can't do a thing, you're right.
(Henry Ford)

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ein dorf tut nichts
published on 2008-02-29 00:00:00 by juergen in deutsch.
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Den Fleißigen achten wir, und sind doch selbst gern müßig; damit fangen die Schwierigkeiten erst an. Dressiert dazu, unsere Selbstachtung aus der Wertschätzung abzuleiten, die andere uns entgegenbringen, lernen wir an uns selbst verachten, was uns am allernächsten liegt: Die Neigung zum Nichtstun. In einem Land zumal, in dem die Menschen im Gefolge einer falsch verstandenen Glaubensreformation unentwegt dazu angehalten werden, gerade ihrem Menschsein zu misstrauen, fühlen wir uns nicht einmal unwohl in einem solchen Widerspruch; ja, wir halten ihn für unausweichlich. So schlägt protestantische Selbstzerknirschung — „Ich bin nichts, mein Gott ist alles" — immer noch ziemlich unmittelbar um in protestantischen Arbeitsethos. Leiste, dann bist du!

So schreibt Rainer Stephan in der Kolumne "Zwischenzeit" in der Süddeutschen Zeitung vom 13.7.2001.

Obwohl ich mit dem Nichtstun ja nicht so das...
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