Schoen langsam wird's ein wenig ungemuetlich...
deutschauswuechse des establishmentspoliticssurveillanceauswuechse der gesellschafteuengland
Bisher immer nur ein Grund zum Aufregen, aber nun wird die ganze Sache wirklich
etwas bedenklich. Etwas? - Sehr. Die Rede ist von de Ueberwachungswahn jeglichen
Establishments, der in diesen Tagen wirklich zu entarten scheint. Das Problem ist,
das man wegen der ganzen Nachrichtenmeldungen ueber Vorratsdatenspeicherung,
Videoueberwachung, Handyortung, Bundestrojaner, Mailboxenoeffnungen, biometrischen
Passdaten, etc, etc, die in den Medien zwar berichtet, deren gefaehrliche Ausmasze
aber keinesfalls bewusst gemacht wurden, nunmehr abgestumpft ist und den objektiven,
distanzierten Blick wohl schon verloren hat.
Dabei sollte es einem nicht normal vorkommen, dass die EU jetzt auch (nach - wie
koennte es anders sein - den USA) Fingerabdruck und Gesichtsscan (!) eines jeden Ein-
oder Ausreisenden Nicht-EU-Buerger vorzunehmen beschlossen hat. Zur
Erleichterung der Einreise und Beschleunigung der Kontrollen soll dieses
Vorgehen aber auch bald auf EU-Buerger ausgeweitet werden.
Dann Deutschland, das seit Jahren Informationen ueber Pakete und ihre Absender vor deren
Eintreffen dort an die USA uebermittelt.
England, welches alle seine Schueler in einer groszen, zentralen Datenbank mit
Leistungen und Verweisen erfassen wird, die lebenslang (!) erhalten bleibt und -
wenn auch mit eigens vom Schueler zu uebermittelndem Passwort - auch fuer den
Zugriff durch Firmen gedacht ist. Klar muss der Schuler den Zugriff erteilen, aber
dann heiszt es eben bei jeder Stellenbeschreibung "Bewerbungen nur mit Passwort fuer
die Schuldatenbank". Aber bei England waere es ja auch nicht verwunderlich wuerden
sie die Daten einfach verlieren, oder mit ihnen gefuellte Speichermedien in den
Hausmuell werfen.
Dann noch die Auskunftspflicht der Internet-Service-Provider, der
unkontrollierte, weil ohne Richterlichen Beschluss Zugriff auf Verbindungsdaten,
Mails, ...
Das alles wissen wir ja eigentlich schon, von Zeit zu Zeit hier oder dort
gelesen, klarerweise sich aufgeregt, aber kaum. Und dann ploetzlich steht man dieser
Masse an Ueberwachung, Kontrolle, Durchsichtigkeit seiner selbst gegenueber und
sieht sie nicht einmal, weil man - wie gesagt - abgestumpft ist. Und schon zeigen
sich die ersten Opfer, unter denen vor allem auch die Demokratie ist. Die Freiheit
seine Meinung kundzutun. Und vieles mehr.
Die Entwicklung scheint natuerlich, wegen steigendem Terrorismus und immer
neueren Technologien, ist es vielleicht auch technologisch betrachtet. Was nicht
heiszt, das sie hinzunehmen ist. Und selbst wenn Verfassungsklagen und Wahlen nichts
nuetzen, werden wir einen Weg finden, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit den
Worten Guenther Eichs:
Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig
sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
euch erwerben zu müssen.
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!
Überwachung statt Freiheit (ZEIT Online), Kommentar von Kai
Biermann